Mifa Modell 204
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Das Modell 204 von Mifa war ein von 1982 bis 1990 produziertes Herren-Sportrad, die Serienproduktion erfolgte ab September 1982. Mit diesem Modell wurde eine seit langem bestehende Lücke im Sortiment geschlossen: Nun gab es wieder ein Sportrad, das ab Werk mit einer Kettenschaltung ausgestattet war. Das Modell 204 unterschied sich in einigen Punkten von den Sporträdern ohne Kettenschaltung: Es besaß einen Dreifach-Leerlaufzahnkranz sowie ein Schaltwerk von Favorit. Um Platz für den Dreifachzahnkranz zu schaffen, wurde die lichte Weite der Ausfallenden von 110mm auf 120mm vergrößert. Als Kette diente eine Rennkette mit den Maßen 1x12,7x3,3 mit 112 Gliedern. Darüber hinaus verfügte der Rahmen über Zugführungsösen für den Bowdenzug der Kettenschaltung. Anstelle des sonst üblichen Kettenschutzes kam eine Kettenschutzscheibe aus Aluminium zum Einsatz, die am Kettenblatt angeschraubt wurde. Eine zusätzliche Speichenschutzscheibe am Hinterrad sollte verhindern, dass die Kette in den Raum zwischen Ritzel und Speichen geriett. Zur Ausstattung zählte außerdem ein Seitenständer; dessen Befestigung erfolgte an einem Flachsteg, wodurch eine Quetschung der Rohre verhindert werden konnte. Die Verlegung des Lichtkabels erfolgte im Rahmen. Der verchromte Gepäckträger mit Gummiseilspannung war eine Neuentwicklung des Jahres 1982.
Seit Mitte der 1980er Jahre wurde das Modell 204 mehrfach in Details weiterentwickelt, spätestens 1988 wurde die Modellnummer geändert (jetzt als Typ 214 bezeichnet). Der konkrete Anlass für diese Umbezeichnung ist jedoch unklar.
Etappen der Modellpflege
- 1985: Dynamohalterung nunmehr an der Vorderradgabel, bisheriges Stegrohr zwischen den Kettenstreben durch einfaches Blechstück ersetzt
- 1986: hintere Ausfallenden überarbeitet, Sitzstreben nun tiefer an der Sitzmuffe befestigt
- 1987: Halterung für das von nun an serienmäßige Speichenschloss (an linker Sitzstrebe), Speichenreflektoren jetzt Serienausstattung, Tourensportlenker durch NSU-Lenker ersetzt
- 1989: Luftpumpenhalterung jetzt am Unterrohr, Zweifarb-Lackierung
Kurz nach der Einführung des Sportrads "Sprint" wurden einige der dort realisierten Neuerungen Ende 1989/Anfang 1990 auf die übrigen Sporträder übertragen:
- Neue Steuerkopf- und Sitzmuffen
- geänderte Rahmengeometrie mit steilerem Sitz- und Steuerrohrwinkel
- Neue Aluminium-Schutzbleche: Nunmehr mit breiter Sicke (mittig) und nur noch jeweils einer Strebe (außenliegend geführt)
Galerie
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Zeitungsmeldung vom 16. September 1982 zum Produktionsbeginn des neuen Sportrads.
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Mifa Modell 204 (1983)
Mit dem Modell 204 von Mifa wurde wieder ein Sportrad mit serienmäßiger Kettenschaltung angeboten. Hier eine Prospektabbildung. -
Mifa Modell 204 (1983)
Originalzustand, mit Ausnahme der Gangschaltung von Sachs, die wahrscheinlich später angebaut wurde. -
An vielen Sporträdern dieser Zeit wurden Gangschaltungen nachgerüstet. Die Modelle 204 und 254 mit serienmäßiger Gangschaltung sind hingegen recht selten. Wahrscheinlich wurde ein erheblicher Teil der Produktion nicht im Inland verkauft, sondern exportiert.
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Die Kettenschutzbleche lassen das Sportrad zeitgemäßer erscheinen und sind auch zweckmäßiger als die sonst übliche Kettenschiene.
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Mifa Modell 204 (ca. 1984)
Ein originales Exemplar, vermutlich von 1984/85. Die Rahmennummer wurde bei Mifa mitunter schlecht lesbar eingeschlagen, bei dem abgebildeten Fahrrad befindet sie sich unterhalb des Tretlagers und ist unleserlich. -
Mifa Modell 204 (1987)
1987 wurden die Mifa-Sporträder optisch überarbeitet. Das hier gezeigte Fahrrad befindet sich im Originalzustand, es fehlt lediglich die Werkzeugtasche. -
Das Rahmendekor wurde in dieser Form fast nur bei den Sporträdern verwendet. Weitere Neuerungen waren der serienmäßige Seitenständer sowie das Speichenschloss am Hinterbau.
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Unverändert blieben hingegen das Keilgetriebe sowie die Kettenschaltung von Favorit. Gut erkennbar sind hier auch die überarbeiteten Schutzbleche, die nun einen umgebördelten Abschluss besaßen.
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Mifa Modell 204 (1988)
Auch dieses Sportrad von 1988 befindet sich mit Ausnahme der nachgerüsteten Front- und Heckreflektoren im Originalzustand. Die Speichenreflektoren gehörten damals vermutlich bereits zur serienmäßigen Ausstattung. -
Mifa Modell 214 (1989)
Ein original erhaltenes Exemplar von 1989. -
Der breite Lenker in NSU-Form ist für eine sportliche Fahrweise eher unvorteilhaft, erleichtert jedoch das Handling.
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Das vordere Kettenfangblech ersetzt den sonst üblichen und oft störanfälligen Kettenschutz in wirksamer Weise.
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Das Fahrrad lässt sich aufgrund seiner Lenkerpartie schlecht anlehnen, daher ist der serienmäßige Ständer hier von großem Vorteil.
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Mifa Modell 214 (1990)
Dieses Fahrrad aus dem I. Quartal 1990 fällt vor allem aufgrund des neuen Rahmendekors sowie der überarbeiteten Schutzbleche auf.
Technische Merkmale
| Modell 204 | ||
|---|---|---|
| Rahmen: | Stahlrohrrahmen mit Außenmuffen, Hinterbau starr, Ketten- und Sitzstreben gerade | |
| Rahmenform: | Diamant-Form | |
| Rahmenhöhe: | 560 mm | |
| Steuerrohrlänge: | 130 mm | |
| Anlötteil für Dynamo: | Am Hinterbau (ab 1985 an Vorderradgabel) | |
| Haltespitzen für Luftpumpe: |
Am Sitzrohr (ab 1989 am Unterrohr) | |
| Führung für Schaltseil: | An Unterrohr und Kettenstrebe | |
| Tretlager: | Keiltretlager Thompson-Ausführung (Typ 8041 S) | |
| Übersetzungs- verhältnis: |
48:20/18/16 (ab 1989 auch 48:22/20/18) | |
| Vorderradnabe: | Einteilige Vorderradnabe (Stahl) | |
| Hinterradnabe: | Starre Hinterradnabe (Stahl) | |
| Bremsen: | Vorn und hinten Felgenbremse (Rasant Type 200) | |
| Lenker: | Tourensport-Lenker mit Vorbau (ab 1987 NSU-Lenker mit Vorbau) | |
| Sattel: | Leder-Sportsattel (Möve Nr. 421 VL) | |
| Felgen: | Aluminiumfelgen | |
| Bereifung: | Drahtreifen 28" × 1 3/8” (37-622) | |
| Schutzbleche: | Aluminiumschutzbleche | |
| Preis: | 490,- Mark (1982); 530,- M (1988); 560,- M (1989) | |