Mifa Modell 204

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 Diese Seite ist Teil der Modellübersicht des VEB Mifa-Werk Sangerhausen
 in der Unterkategorie Mifa Sporträder ab 1969

Einordnung in die Modellpalette

Unter der Typenbezeichnung Modell 204 hatte Mifa ein 28"-Sportrad in Herrenausführung im Sortiment, das mit dem Modell 202 weitgehend identisch war. Anders als die bisherigen Mifa-Sporträder verfügte es jedoch serienmäßig über eine Dreigang-Kettenschaltung. Die entsprechende Damenausführung von Mifa trug die Modellnummer 254.
Mit dem Erscheinen dieser Ausführung wurde eine seit längerem bestehende Lücke geschlossen. Seit Ende der 1960er Jahre wurden in der DDR nur noch Sporträder ohne Gangschaltung produziert. Zwar bereitete der nachträgliche Anbau einer Kettenschaltung keine Probleme, doch vor allem bei westlichen Herstellern war es längst üblich, Sporträder ab Werk mit einer Naben- oder Kettenschaltung mit drei, fünf oder zehn Gängen auszustatten. Im September 1982 begann die Serienfertigung der neuen Sportrad-Modelle. In einer Zeitungsmeldung vom 16. September 1982 ist etwas großspurig von der Realisierung einer "Staatsplanaufgabe" die Rede, ebensowenig fehlt der Hinweis, dass die im Januar 1981 begonnene Entwicklungsaufgabe zwei Monate früher als geplant abgeschlossen werden konnte. In Anbetracht der wenigen Veränderungen, die für diesen Fahrradtyp vorgenommen werden mussten, erscheint diese Darstellung überzogen, kann aber als zeittypisch gelten.

Rahmen und Ausstattung

Der Rahmen dieses Fahrrads ist weitgehend mit dem der bisherigen Mifa-Sporträder identisch. So besaß auch das Modell 204 zusätzliche Ösen für den Bowdenzug der hinteren Felgenbremse, eine am Hinterbau angebrachte Halterung für den Dynamo sowie eine angelötete Luftpumpenhalterung. Darüber hinaus verfügte es über Zugführungsösen für den Bowdenzug der Kettenschaltung. Neu war ferner die Innenverlegung des Beleuchtungskabels, der Rahmen wurde mittels entsprechender Bohrungen hierfür optimiert. Das Modell 204 besaß grundsätzlich ein Keiltretlager (Thompson-Ausführung), zwei Felgenbremsen sowie Leichtmetallfelgen der Einheitsbreite, kombiniert mit Bereifung der Breite 1 3/8". Schutzbleche aus Leichtmetall, Sportsattel, Sportgepäckträger sowie ein Sportlenker mit Vorbau waren weitere Ausstattungsmerkmale. Diese Version besaß einen Dreifach-Leerlaufzahnkranz sowie ein Schaltwerk von Favorit. Anstelle des sonst üblichen Kettenschutzes kam hier eine Kettenschutzscheibe aus Aluminium zum Einsatz, die am Kettenblatt angeschraubt wurde. Eine zusätzliche Speichenschutzscheibe am Hinterrad sollte verhindern, dass die Kette in den Raum zwischen Ritzel und Speichen gerät. Zumindest gemäß der Prospektabbildung besaß das Modell 204 ab Werk einen Seitenständer. Die übrige Ausstattung glich der der einfacheren Mifa-Sporträder.

Änderungen während der Produktionszeit

Mitte der 1980er Jahre erfolgte eine quantitative Neuausrichtung der Modellpalette bei Mifa: Die Produktion von Sporträdern wurde zu Lasten der Tourensport- und Klappräder ausgebaut. Damit einher ging eine Standardisierung einiger konstruktiver Details. Im Zeitraum 1985/86 fand schrittweise eine Überarbeitung der Sporträder statt. So befand sich die Dynamohalterung seit 1985 an der Vorderradgabel. Die Rahmennummer wurde 1985 nicht oben, sondern unten auf die Tretlagermuffe eingeschlagen, ab 1986 war sie dann am Sattelrohr unterhalb der Sitzmuffe zu finden. Ein Speichenschloss zählte wahrscheinlich schon ab 1985 - zwei Jahre früher als bei den Sporträdern ohne Gangschaltung - zur Austattung. Die Änderungen des Jahres 1986 betrafen das hintere Rahmendreieck. Die hinteren Ausfallenden wurden überarbeitet. Das bisherige Stegrohr zwischen den Kettenstreben wurde durch ein einfaches Blechstück ersetzt, und die Sitzstreben wurden nun tiefer an der Sitzmuffe befestigt. Unklar bleibt, ob diese Veränderungen bereits den Wechsel zum Nachfolgemodell 214 bedeuteten. Spätestens im Zusammenhang mit einer erneuten Überarbeitung der Sporträder im Jahre 1987 änderte sich die Modellbezeichnung dann.

Lackierung und Rahmendekor

Analog den übrigen Fahrradmodellen von Mifa war der Rahmen einfarbig lackiert (Metallic-Lackierung) und besaß ebenfalls die einfachen Chromfolienaufkleber. Mit dem seit 1985 verwendeten Rahmendekor (nunmehr Aufkleber statt der Chromfolien) wurde das Modell 204 nur für kurze Zeit ausgeliefert. Der Gabelkopf wurde spätestens ab 1985 nicht mehr verchromt, sondern in Rahmenfarbe lackiert. Weitere Details über die bei Mifa verwendeten Rahmendekore sind hier zu finden.

Galerie

Anlötteile am Rahmen

Verwendungszweck Bemerkungen
Zugführung für hint. Felgenbremse
Halterung für Luftpumpe am Sattelrohr; links
Halterung für Dynamo am Hinterbau, ab 1985 an der Vorderradgabel
Zugführung für Kettenschaltung
Halterung für Speichenschloss vrmtl. ab 1985

Technische Merkmale