Modelle Brandenburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Datei:Brandenburg1953-1956.jpg| | Datei:Brandenburg1953-1956.jpg|Rahmen um 1953, Anfang 1956 mit (entsprechend geprägten) Anbauteilen komplettiert. | ||
Datei:Brandenburg Modell2 Hellblau.jpg|Ausführung in Hellblau-Metallic, hier offenbar mit 26-Zoll-Laufrädern bestückt. | |||
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==Dritte Modellpalette - etwa 1954 bis Ende 1962== | ==Dritte Modellpalette - etwa 1954 bis Ende 1962== | ||
Version vom 2. Oktober 2013, 15:12 Uhr
Brandenburg war neben Fortuna eine Fahrradmarke, von 1950 bis Ende 1962 die in vergleichsweise geringer Stückzahl (rund 230.000 Rahmen) vom VEB Fahrradwerk Crinitz N/L produziert wurde. Fahrräder der Marke Brandenburg sind nicht zu verwechseln mit gleichnamigen Produkten verschiedener Vorkriegs-/westdeutscher Hersteller bzw. Konfektionäre.
- Zur Baujahresbestimmung von Brandenburg-Fahrrädern siehe Datierung Brandenburg Fahrräder
Aufgrund fehlender Katalogabbildungen bzw. Kataloge, Prospekte oder Werksfotos des VEB Fahrradwerk Crinitz können derzeit nur beschreibende Aussagen zu bislang bekannten Fahrrädern gemacht werden. Ob es offiziell verschiedene Modelle und/oder Ausstattungsvarianten und -bezeichnungen gegeben hat, ist nicht bekannt. Zudem ist generell fraglich, ob es seitens des Herstellers veröffentlichtes Bildmaterial existiert hat. Nach Umstrukturierung bzw. Auflösung der Nachfolgebetriebe sind vermutlich viele, auch firmeninterne, Unterlagen zu "Brandenburg"-Fahrrädern verloren gegangen.
Offizielle Hinweise finden sich bislang nur im DHZ-Katalog von 1956 ("Touren-Rahmen - Herren "Crinitz 26" kpl., bunt emailliert 60,20 DM" und "Touren-Rahmen - Herren "Crinitz 28" kpl., bunt emailliert 67,20 DM", jedoch keine Damenrad-Rahmen) sowie im GHG-Katalog von 1964, in dem vermutlich Restbestände von Brandenburg-Rahmen angeboten wurden.
"Brandenburg"-Fahrräder gab es als Herren- und Damenradmodelle, Kinderräder gab es nicht. Die Damenräder hatten anfangs die einfache Form mit geraden Rohren. Vermutlich in der 3. Modellpalette ab etwa 1954 besaßen Damenräder dann Rahmen mit einem gekrümmten Oberrohr, die Rahmenform glich der von späteren Diamant-, Mifa- und IFA-Touring-Fahrrädern der 70er und 80er Jahre. Produziert wurden Fahrradrahmen für 26"- und 28"-Laufräder. Auch Sporträder wurden (vrmtl. nur in geringem Umfang) in Crinitz hergestellt.
Da viele Räder, vermutlich vor allem die der 2. und 3. Modellpalette, wahrscheinlich nur als Rahmenset an Händler ausgeliefert wurden, lässt sich schwer ermitteln, welche Ausstattung(en) (etwa Anbauteile aus Stahl oder Alu, Lenker und Bremse, Beleuchtung, Sattel etc.) als "original" angesehen werden können. Grundsätzlich möglich ist daher die Ausstattung mit Anbauteilen, die im Produktionsjahr des jeweiligen Rahmens verfügbar waren.
Schutzbleche, Beleuchtungskomponenten, Sattel, Werkzeugtasche, Griffe etc. waren Standardteile, wie sie zum Baujahr der Rahmen hergestellt und verfügbar waren. Bei der Montage von Brandenburg-Rädern durch Händler ist anzunehmen, dass auch ältere Anbauteile genutzt wurden. Brandenburg-Fahrräder haben eine Aufnahme für Sattelstützen mit 25 mm Durchmesser.
Erste Modellpalette - etwa 1950 bis etwa 1952/1953
Produziert wurden Damen- und Herrentourenräder 28"-Laufrädern. Damenräder mit geraden Rohren.
Merkmale
-
Steuerkopf-Abziehbild, silberner Hintergrund.
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Schriftzug auf Unterrohr, obenliegend, silberner Hintergrund.
-
Ab etwa 1953: Gütezeichen, angebracht unter der Sattelrohrmuffe
-
Rahmen-Dekor
-
Form des Gabelkopfes.
Dekor: Blau-weiß lackierter Steuerkopf und Gabelkopf, weiß auslaufend. Steuerkopfmuffen weiß umrandet. Blau-weiße, mittig unterbrochene Bandverzierungen mit innenliegender roter Linierung. Weiß-blaue Kastenlinierung am Rahmen. Felgen und Schutzbleche ebenfalls blau-weiß liniert (auf Schutzblechen bekannt sind weiß-blaue Doppellinien sowie weiße Linien Außen mit dicker blauer Mittellinie). Abziehbilder auf Steuerkopf und Unterrohr.
Anbauteile: Felgen, Schutzbleche und Gepäckträger in Rahmenfarbe lackiert.
Lackierung:
- Schwarz
Ausführungen
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Sehr frühes "Brandenburg"-Damenrad von 1950. Bis wann diese Rahmenform gebaut wurde, ist nicht bekannt. Sattel, Beleuchtung, Griffe und Klingel nicht original.
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"Brandenburg", frühe 50er Jahre.
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Selbes Rad von vorn. Zeitlich nicht passend sind Griffe, Dynamo, Scheinwerfer, Pedalen, Kindersitz, Fußrasten- und Schutz.
Zweite Modellpalette - etwa 1952/1953 bis etwa 1954
Produziert wurden Damen- und Herrentourenräder mit und 28"-Laufrädern.
Merkmale
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Steuerkopf-Abziehbild, goldener Hintergrund.
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Schriftzug auf Unterrohr, obenliegend, goldener Hintergrund.
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Gütezeichen, angebracht unter der Sattelrohrmuffe.
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Rahmendekor
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Form des Gabelkopfes bis 1953.
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Gabelkopf ab 1953. Die Form der Fahrradgabel und es Gabelkopfes wurde zwischen der Rahmennummer 40.730 und 47.484 verändert.
Dekor: Steuerkopfmuffen weiß umrandet. Silberne, mittig unterbrochene Bandverzierungen mit innenliegender blauer Linierung. Abziehbilder auf Steuerkopf, Unterrohr sowie unterhalb der Sattelrohrmuffe.
Anbauteile: Felgen- und Schutzbleche sowie Gepäckträger bereits neutrale Zubehörteile.
Lackierung:
- Weinrot
- Hellblau
- Schwarz
Ausführungen
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Rahmen um 1953, Anfang 1956 mit (entsprechend geprägten) Anbauteilen komplettiert.
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Ausführung in Hellblau-Metallic, hier offenbar mit 26-Zoll-Laufrädern bestückt.
Dritte Modellpalette - etwa 1954 bis Ende 1962
Produziert wurden Damen- und Herrentourenräder mit 26"- und 28"-Laufrädern. Damenräder mit gekrümmtem Oberrohr.
Merkmale
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Steuerkopfschild (Aluminium) - dieses Schild war, verglichen mit Steuerkopfschildern anderer DDR-Fahrräder dieser Zeit, verhältnismäßig modern gestaltet.
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Schriftzug und Weltmeisterringe auf dem Unterrohr, Schriftzug beidseidig.
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Herstellerkennzeichnung, Gütesiegel und Weltmeisterringe auf dem Sattelrohr.
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Gabelkopf bis Anfang der 60er Jahre.
Dekor: Steuerkopfschild, Abziehbilder auf Unterrohr und Sattelrohr. Keine zusätzliche Rahmenverzierung.
Anbauteile: Felgen und Schutzbleche sowie Gepäckträger neutrale Zubehörteile. Bekannt sind: Alufelgen und Aluschutzbleche mit silbernem Stahlgepäckträger, graue Stahlfelgen und -schutzbleche mit Gepäckträger in Rahmenfarbe und graue Stahlfelgen und -schutzbleche mit grauem Gepäckträger. Bei rot und schwarz lackierten Rahmen sind auch in Rahmenfarbe lackierte und weiß linierte Felgen, Schutzbleche und Gepäckträger belegt.
Lackierung:
- Schwarz
- Rot
- Hellblau
- Mittelblau
- Blass-Grün
- Türkis-Metallic
- Pink-Metallic
Im DHZ-Katalog von 1956 wird die Lackierung von angebotenen Touren-Rahmen als "vollständig bunte Emaillierung" beschrieben.
Ausführungen
-
"Brandenburg" um 1956. Rahmen mit zeitgenössischen Anbauteilen bestückt. Auch hier kann von der Komplettierung durch einen Fahrradhändler ausgegangen werden.
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Keine DDR-Teile sind die Pedalen und vrmtl. die Schutzbleche.
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"Brandenburg" von 1958. Der ursprünglich pinke Metallic-Lack ist durch Lichteinfluss beinahe vollständig zu Silbergrau verblichen. Rahmen ergänzt mit zeitgenössischen Anbauteilen. Zusätzlich ist eine seltene DDR-Schutzblechfigur auf dem vorderen Schutzblech angebracht.
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Frontansicht des vorstehenden Rades
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"Brandenburg"-Damenrad, Ende der 50er Jahre
alle Anbauteile zeitgenössisch -
Rückansicht des vorstehenden Rades
Sporträder
Bislang nur mit einem Exemplar bekannt ist ein "Brandenburg"-Sportrad. In welchem Umfang in Crinitz Sporträder gebaut wurden und ob das hier gezeigte Rad evtl. nur aus einer Klein(st)serie stammt, ist nicht belegt. Das gezeigte Rad ist jedoch kein aufgearbeitetes Modell eines anderen Herstellers (erkennbar erster Lack, 25 mm Sattelstützendurchmesser, originales Gabelrohr mit DDR-typischem Gewindemaß). Laufradgröße 28". Möglich wäre zudem, dass dieses Sportrad als "Feierabendarbeit" entstand - sicher ist, dass sich Mitarbeiter auch für den Eigenbedarf Fahrradrahmen bauten.
Merkmale
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Steuerkopfschild (Aluminium).
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Schriftzug und Weltmeisterringe auf dem Unterrohr, Schriftzüge beidseitig.
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Herstellerkennzeichnung, Gütesiegel und Weltmeisterringe auf dem Sattelrohr.
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Gabelkopf, silberfarben lackiert.
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Rahmennummer auf der Steuerkopfmuffe. In dieser Art absolute Ausnahme bei DDR-Fahrrädern.
Dekor: Steuerkopfschild, Abziehbilder auf Unterrohr und Sattelrohr. Keine zusätzliche Rahmenverzierung, Gabelkopf silbern lackiert.
Anbauteile: Felgen- und Schutzbleche sowie Gepäckträger neutrale Zubehörteile. Bekannt sind: Sportrad-Alufelgen und Sportrad-Aluschutzbleche mit silbernem Stahlgepäckträger in Schwedenform. Lenker, Bremsen und Tretlager sind Sportrad- bzw. Rennrad-Komponenten.
Lackierung:
- Blau (blauer Lasurlack auf silbernem Grund)
Ausführungen
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"Brandenburg"-Sportrad im Fundzustand. Die Naben sind von 1955 und 1956. Letzteres als Baujahr angenommen, sind Scheinwerfer, Bremsen, Sattel, Luftpumpe und Bereifung offensichtlich nachgerüstet. Verbaut ist eine Rennrad-Kurbelgarnitur. Lackierung des Rahmens: Blauer Lasurlack auf silbernem Grund.
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Die insgesamt mäßige Verarbeitung des Rahmens zeigt sich auch in der Verlötung des Hinterbaus.
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Tretlagermuffe